22. Juni 2008
Neuer Tag und neues Glück in neuem Sonnenschein - das hört sich so dermassen rosarot an, dass es eigentlich von Haus aus schon ned gut sein kann. Aber nachdem die Hoffnung zuletzt stirbt haben wir uns von der Hungerburg Richtung der Innsbrucker Hausberge - der Nordkette - aufgemacht, um zur Arzler und zur Höttinger Alm zu spazieren.
Arzler Alm
Die Arzler Alm ist ja quasi nur einen Katzensprung von der Hungerburg entfernt und ein nettes Waldwegerl führt dahin. Um 10 am Vormittag ist da selbst am Sonntag nicht gard die Hölle los und so begann die Wanderung recht fein.
Höttinger Alm
Dann kam die Sonne und mit der Sonne kamen die Radler. Ich vermute ja, dass es einen direkt proportionalen Zusammenhang zwischen Temperatur und Anzahl der Radfahrer auf der Fortstrasse zur Höttinger Alm gibt. Vermutlich ist den armen Radlern unter 30 °C einfach zu kalt oder es hat etwas mit der Design over Content Sache zu tun, dass nur ein aus allen Poren schwitzender Radler ein echter Radler ist (im Unterschied dann zu den ganzen Simulanten, die sich untranspirierenderweise eigentlich aufn Home-Trainer auch hocken könnten). Sich aufwärts bewegende radfahrende Sportsfreunde sind ja keine grosse Beeinträchtigung, da die Vorwärtsgeschwindigkeit durch das Erreichen des Maximums an künstlicher Dehydratation abgeriegelt wird. Wenn einem allerdings der n-te (wobei N hier eine Zahl zwischen 15 und 50 ist) Rdaler von oben mit einem Affentempo entgegenrauscht und sich der von ihm aufgewirbelte Staub so richtig genüsslich mit dem eigenen Transpirat für die Ewigkeit verbindet, dann muss man sich schon fragen, was gesünder ist: in einem völlig verqualmten Lokal auszuharren, oder besagte Forststrasse hinaufzuwandern.
Das Herunterspazieren von der Höttinger Alm entspricht in etwa dem Hinaufwandern; mit dem Unterschied, dass ein geringer Prozentsatz der angesprochenen n abfahrenden Radfahrer "Achtung" schreit, damit man wie eine aufgescheuchte Schafherde vor dem bremsunwilligen Sportsfreund auseinanderbricht. Aufgrund der entstandenen Griesgrämigkeit, verging mir auch das fotografieren, wobei fraglich ist, ob man durch die Staubwolken noch Motive erkannt hätte. Diese Tour kann ich daher nur bei denkbar schlechtem Wetter empfehlen - in der Hoffnung, dass sich dann weniger bereifte Sportler auf der Strecke befinden.