5. Oktober 2008
Nachdem wir nun schon einige Male auf dieser spanischen Insel waren, beschlossen wir auch heuer wieder, einige Tage auf Mallorca auszuspannen. Wer nun bereits genüsslich in den Keller eilt, um die Mostäpfel aus dem Kübel zu kippen und den Sangria einzufüllen, der sei gewarnt: Hier geht es nicht um "ins Soll kommen". Mitte bis Ende September sind eine angenehme Zeit, um auf der Balearen-Insel Urlaub zu machen, da es nicht mehr ganz so heiss und nicht mehr ganz so voll ist. Mietwagen ist Pflicht. Die Inselmitte ist der grundsätzlich ruhigste Bereich (weil kein Strand) - wir hatten an der Ostküste in Porto Christo unser Lager aufgeschlagen. Ich erspare es mir an dieser Stelle, Infos zum Land, zur Geschichte, etc. zu geben; jeder Reiseführer kann das besser und man muss ja nicht absichtlich Redundanz erhöhen. Ortsangaben haben hier schlichten Orientierungscharakter.
Porto Christo und Umgebung
Porto Christo ist vor allem für eines bekannt: die Coves del Drac oder Cuevas del Drach oder wie auch immer. Das sind erstens Tropfsteinhöhlen 19 Meter unter der Erde, in denen es einen unterirdischen See gibt und zweitens der grösste Touristennepp, der mir bis dato auf der Insel untergekommen ist. Völlig überteuert werden etwa 150 Menschen von 6 Führern im Stundentakt durch die Höhlen geschleust und dürfen dann nach etwa zwei Drittel des Weges eine Live-Performance eines Mini-Orchesters miterleben, das bei Lichtspielen über den See fährt und schnulzige Klassik & Evergreens spielt. Fotografieren, Filmen, etc. natürlich verboten. Wer Tropfsteinhöhlen ansehen mag, wenn auch ohne den ganzen Tand, dem seien die Coves d'Artà (bei Artà im Nordosten) wärmstens ans Herz gelegt. Etwas kleiner und ohne See, dafür auch ohne Kitsch und Einschränkungen.
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Abgesehen davon ist Porto Christo ein touristisch erschlossener Hafenort mit vielen Tagesausflüglern. Fährt man etwas an den Rand des Ortes oder ein Stück an der Küste entlang nach Norden Richtung s'Illot, lassen sich durchaus nette menschenleere Plätze entdecken.
Felanitx Umgebung
Im Südosten gelegen finden sich hier sowohl das Castell de Santueri, als auch die Ermita de Sant Salvador in der Nähe. Erstere Festungsanlage ist eine Halb-Ruine, die man leider von innen nicht besichtigen kann; angeblich wird das Castell renoviert - schauen wir mal in 5 Jahren wieder hin.
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Die Ermita de Sant Salvador auf dem Puig de Sant Salvador (quasi der "Hausberg" von Felanitx) ist ein recht beeindruckendes Bauwerk, vor allem bezogen auf die Demonstration von Kirchenmacht. Ein kleines Kaffee im Rahmen der Klosteranlage verschafft Entspannung, vor allem für diejenigen Zeitgenossen und -innen, die die Bergstrasse mit dem Rad bewätigt haben.
Santanyí Umgebung
Noch etwas weiter südlich gelegen gibts in der Nähe eine Menge lohnenswerter, mehr oder weniger touristischer Ziele: überlaufen ist Cala Figuera, ein romantischer Hafenort, der wohl in jedem Reiseführer steht. Portopetro - ebenfalls ein Hafenort, wenig touristisch, gar nicht romantisch.
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Fährt man von Es Llombards, etwas südlich von Santanyí gelegen, Richtung Meer, so stösst man auf eine kleine Siedlung (die sozusagen noch zu Es Llombards gehört), von der in einer Kurve ein steiler Weg zu den beiden (angeblich via 20 min. Fussmarsch - wir waren wohl zu blind, um da einen Weg zu entdecken) miteinander verbundenen recht stillen Buchten Cala s'Almunia und Cala de Sa Comuna führt.
Port d'Alcudia
Im Nordosten liegt Port d'Alcudia, ein touristisch sehr erschlossener (*hust*) Hafenort, der dennoch seinen Reiz haben kann, wen man etwas Nerven mitbringt. Zu empfehlen ist der frisch gepresste Orangensaft im kleinen hellblau-weissen Kaffeehaus, das auf einer Terrasse gelegen oberhalb des Hafengeländes trohnt.
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Wer gerne shoppen geht, der findet hier Geschäft über Geschäft. Alternativ kann man auch weiter im Süden in Cala Rajada (westlich von Artà) shoppen gehen (v.a. Schuhe und Taschen).
Cala Mesquida
Es ist fast schon Tradition bei uns, bei einem Mallorcabesuch noch weiter in den Nordosten nach Cala Mesquida zu fahren. Diesen Ort muss man sich wie folgt vorstellen: nördlich ein Naturschutzgebiet, südlich ein Naturschutzgebiet, dazwischen ein schmaler (cca. 200m) Strandabschnitt mit heftigen Hotelanlagen an den Hängen. Hört sich grausig an? Durch die Felsenküste hat man den Strand und den Blick auf die Hotels bald hinter sich gelassen und wandert von sandigen Dünen über felsigen Stein bis hin zu den zerfressenen scharfen Küstenfelsen (gutes Schuhwerk empfehlenswert).
An den Hängen des Jaumell (271 m) finden sich wilde Ziegen und Möwen streifen die Küste entlang, an der sich die Brandung unermüdlich austobt. Wildromantischer Flair und so gut wie keine Leute (abgesehen vom Strandabschnitt).
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Port de Sollér
Im Norden und Nordwesten der Insel (ja, nicht Osten, sondern Westen) liegen die Berge Mallorcas und somit auch entsprechend Bergdörfer. Hat man seinen Standort im Osten, so sollte man sich auf eine längere Autofahrt einstellen und auf jeden Fall einen ganzen Tag für einen Besuch einplanen. Eines dieser Bergdörfer ist Sollér, das einen etwas ausserhalb des Ortes liegenden Hafen aufweist, der über einen (mautpflichtigen) Tunnel (oder über eine etwas gewundene und enge Bergstrasse) erreichbar ist. Port de Sollér hat vor allem ein Geschäft: den Tourismus. Nachdem sich hier romantischerweise die Endhaltestelle einer Strassenbahn von Palma de Mallorca nach Port de Sollér und mit Sa Calobra (die beeindruckende Flussmündung des Torrent de Parais) in der Nähe ein ausgiebigst besuchtes touristisches Ziel befinden, ist die Hafenpromenade mit gastronomischen Lokalitäten übervoll.
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Auch hier gilt wieder: Geduld und Nerven und man findet einige nette Plätze (vor allem oberhalb des Hafenbeckens in der Nähe des Marinemuseums).
Randa und Costitx
Fährt man von der Küste weg ins Inselinnere, so ändert sich schlagartig das Verkehrsaufkommen und es wird generell ruhiger. Am Puig de Randa befindet sich neben einer ziemlich dominierenden Radaranlage ein Kloster, das Santuari de la Mare de Deu de Cura. Manche bewältigen die kurvige Bergstrasse mit dem Rad, manche (darunter auch wir) mit dem Auto. Ein kleines Kaffeehaus im Klosterhof, in dem alte landwirtschaftliche Geräte ausgestellt sind, ermöglicht eine Erholung.
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In der Nähe von Costitx (am Ortsrand den Wegweisern folgen und dann auf einer recht engen Strasse weiter) liegt das einzige Observatorium der Balearen, das an sich nicht zugänglich ist, aber ein kleines Museum angeschlossen hat.







































































































