13. August 2009
Was macht jemand, der Roboter für militärische und industrielle Anwendungen baut? Klar - er entwickelt einen Staubsauger. Und was ist jemand, der lieber am Balkon sitzt, als mit einem Schlauch in der Hand auf Staubjagd durch die Wohnung zu hirschen? Klar - er ist der ideale Kunde. Deswegen ab zu Red Zac und einen iRobot Roomba 580 mitgenommen. Man bekommt eine etwa 7cm hohe Diskusscheibe (natürlich in Verpackung) in die Hand gedrückt und wundert sich, dass sie zum Werfen zu schwer ist. Also heisst es, alles auspacken, aufstellen und ab an die Ladestation für den Akku mit dem runden Ding. Für die mitgelieferten Lighthouses sind Batterien erforderlich (wen's interessiert). 16 Stunden später ist das UFO dann bereit für den Einsatz. Wer sich nun schreckt ob der Ladezeit: üblicherweise ist der Akku in etwa 2-4 Stunden vollständig aufgeladen; die erste Ladung sollte trotzdem über Nacht erfolgen.
Funktioniert das denn?
Im Grunde ja, wenn man einige - nicht unwesentliche - Regeln beachtet:
- Man sollte keine Dinge wie Handtücher, Wäsche, Bücher, o.Ä. am Boden herumliegen lassen. Im besten Fall findet man diese Dinge ganz woanders wieder und im schlechtesten Fall verheddert sich Roomba darin.
- Türen sollten entweder offen oder zu sein. Mit "zu" ist "mit Klinke verschlossen" gemeint und mit "offen" ist "so offen, dass sie auch nicht leicht zugedrückt werden können" gemeint.
- Der Staubbehälter und der Luftfilter müssen nach jedem Einsatz gereinigt werden.
- Hat man lange Haare oder Teppiche mit langen Fransen, dann sind auch die 2 Bürsten nach jedem Einsatz von den Haaren/Fransen zu befreien.
- Kabel sollten halbwegs sauber gebunden/befestigt sein. Roomba kann sich üblicherweise aus einem Kabelsalat befreien, aber nicht immer.
- Roomba fährt über alles drüber, das niedriger als 2cm ist. Dies gilt für Sockeln, Kabel, Schwellen, Wäscheständer, usw.
- Wenn etwas sehr leicht ist, dann wird es wahrscheinlich durch Roomba verschoben werden.
- Es hat keinen Sinn, korrigierend in den Saugprozess einzugreifen. Nachdem man (zum Glück) nicht die Intelligenz der Maschine besitzt, kann eine Korrektur nur zum unerwünschten Ergebnis führen.
Beachtet man diese Regeln und findet Lösungen für bisherige Gewohnheiten und besondere infrastrukturelle Anforderungen der Wohnung an eine selbstfahrende, mehr oder weniger "mitdenkendes" Maschine (unter anderem durch die Verwendung der mitgelieferten Sender als Lighthouses und Virtual Walls), dann kann man sich beruhigt auf den Balkon setzen, Roomba seine (zeitlich vorprogrammierbare) Arbeit machen und sich den Kaffee gut schmecken lassen. Und wenn man meint, dass Roomba eine Stelle bereits gereinigt hat oder völlig chaotisch seine Wege zu wählen scheint - Roomba ist selten an der eigenen Meinung interessiert.


