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21. Februar 2008 (früher)

Wir alle mögen e-Mail. Man muss mit seinem Kommunikationspartner nicht reden, man muss ihn nicht ansehen, man kann sich die e-Mail dann durchlesen, wann es einem passt und man hat naturgemäss eine Gesprächsnotiz. Somit ein recht sanftes Medium, um Kontakte zu knüpfen und aufrecht zu erhalten.

Wir alle wissen auch, dass irgendwo da draussen viele böse Menschen hocken, die einem ganz persönlich schaden wollen, weil es so in ihrer Veranlagung steckt (das müssen alles Mutanten von einem fremden Stern sein). Wir alle tun etwas dagegen, wir schützen uns, wir bauen elektronische Wälle, filtern unsere Nachrichten, lassen sogar Maschinen zuhören, was wir so täglich kommunizieren, weil wir den Maschinen vertrauen, denn die sind ja lieb im Vergleich zu den erwähnten bösen Menschen. Und nachdem wir annehmen, dass alle anderen Menschen ebenso handeln, können wir mit unseren e-Mails mitteilen, dass wir wir sind. Auch genannt digitale Signatur. Quasi die Kraxn, die man früher unleserlich unter jeden Brief gemalt hat nun in einer Form, die auch die erwähnten lieben Maschinen verstehen.

Wenn nun aber besagte Signaturen in e-Mails dazu führen, dass unsere Kommunikationspartner Hinweismeldungen in ihrem e-Mail Programm erhalten, die was auch immer aussagen, dann haben wir hier eine klassische Themaverfehlung. Denn ähnlich einem Tamagotchi schreien unsere Maschinen immer dann, wenn sie Bauchweh oder Hunger haben, gestreichelt werden wollen oder sonst irgendetwas nicht exakt so ist, wie sie es aufgrund ihrer unglaublich einfältigen Logik erwarten würden. Wir wissen das. Deswegen haben wir es uns auch zur Angewohnheit gemacht, die 200 täglichen Meldungsfenster üblicherweise wegzuklicken und nur auf diejenigen misstrauisch zu reagieren, die dort auftauchen, wo normalerweise keine auftauchen.

Wodurch die freundlicherweise digital signierte e-Mail zu einer Bedrohung mutiert und deren Sender zu einem der erwähnten bösen Menschen. Daraus folgern wir, dass man gleichzeitig mit dem bei z.B. Thawte eingereichten Antrag für die Signatur auch bei Virgin Galactic einen Flug ins All buchen sollte, um zum erwähnten fremden Stern zu gelangen.